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Politischer Donnerstag mit Film und Diskussion: La Vida Loca - Die Todesgang
- am 16.02.2012 um 20:00 Uhr
- im Peter-Weiss-Haus, Rostock
- ab 19:00 Vokü
- organisiert von der terre des hommes-AG Rostock
Die terre des hommes-AG Rostock präsentiert den Film La Vida Loca - Die Todesgang (2008), in welchem der Regisseur Christian Poveda in dreijähriger Arbeit vor Ort das harte Leben in den Ghettos von San Salvador dokumentiert. Er begleitet die Gang „Mara 18“, die zu den berüchtigsten Straßenbanden in Lateinamerika zählt. Einmal in die Gang aufgenommen, ist es schier unmöglich, sie wieder zu verlassen. Das Leben der Banden ist geprägt von Mord, Leid und Vergeltung; stets sind ihre Mitglieder tödlichen Schießereien mit rivalisierenden Banden ausgeliefert. Eine Perspektive auf ein Leben in Normalität besteht nur noch für die wenigsten Gangmitglieder. Polizei und Justiz sind gegen das organisierte Verbrechen machtlos.
Christian Poveda wurde im Anschluss an die Fertigstellung des Films von Unbekannten erschossen, die als Mitglieder der „Mara 18“ vermutet werden. Sein Vermächtnis ist eine humanistische Bestandsaufnahme von Menschen, denen keine Bildungsmöglichkeiten und Perspektiven zuteilwerden, in einer eindringlichen und gleichermaßen bestürzenden Dokumentation.
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Zur Hebung der Gesundheit und der Wehrkraft“ - Fußball in Rostock im Nationalsozialismus
- am 09.02.2012 um 20:00 Uhr, ab 19:00 Uhr Vokü
- im Peter-Weiss Haus, Rostock
In Deutschland begeisterte der Fußballsport seit dem Ende des 1. Weltkriegs die Massen. Die nationalsozialistische Führung förderte nach der Machtübernahme 1933 die Ausübung des populären Spiels nicht nur zur körperlichen Ertüchtigung. Für den Erfolg im sportlichen Wettkampf verlangte man die unbedingte Ein- und Unterordnung in Mannschaft und Verein und legte damit Tugenden an, die später auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs gefordert waren.
Die angestrebte „Neuordnung des deutschen Sports“ im nationalsozialistischen Sinne zielte auf einen staatlich kontrollierten Sportbetrieb, der bisher hauptsächlich auf der Basis von Vereinen organisiert war. Auch in Rostock sollte sich die Vereinslandschaft im Laufe der folgenden Jahre vollkommen verändern. Zunächst verbot man die Arbeitersportvereine und schloß jüdische SportlerInnen aus. Militär- und Firmensportvereine wie der “Heinkel-Sport-Club” wuchsen zu einer starken Konkurrenz für die damaligen Traditionsclubs heran, die nun in “Großgemeinschaften” zusammengeschlossen wurden.
Die Rostocker Mannschaften spielten in verschiedenen Klassen bis auf mecklenburgischer Bezirksebene. Vierstellige ZuschauerInnenzahlen wurden vor allem bei Gastspielen höherklassiger Gegner erreicht. Aber auch die traditionellen Rostocker Derbys und die Spiele gegen Schweriner Mannschaften fanden größeres Interesse. Dabei kam es auch zu Beschimpfungen und körperlichen Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld und auf den Rängen, was damals als “Vereinsfanatismus” kritisiert und verurteilt wurde.
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Politischer Donnerstag Dresden Infos und Film "Unser täglich Gift"
- am 02.02.2012 ab 19:00
- im Peter-Weiss-Haus, Rostock
Mobilisierungsveranstaltung "Dresden Nazifrei" von 19:00 - bis 20:00
Aller guten Dinge sind drei! - BLOCK DRESDEN 2012
In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.
Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7.000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.
Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass die Nazis für ihren Aufmarsch am 18. Februar bei weitem nicht so entschlossen mobilisieren wie die vergangenen Jahre. Stattdessen werde verstärkt für den Fackelmarsch am 13. Februar mobilisiert. Vielleicht hoffen die Nazis die groß angelegte und in den letzten beiden Jahren sehr erfolgreiche Mobilisierung der Antifaschist_innen ins Leere laufen zu lassen, um unter dem Schutz der sächsischen Polizei und Justiz am 13. um so ungestörter agieren zu können.
Sollte es sich bewahrheiten, dass der Aufmarsch am 18. ausfällt, so ist das ein großer Sieg für uns alle. Aber keiner, mit dem wir uns zufrieden geben werden! Wir sind entschlossen die Rassist_innen und Geschichtsrevisionist_innen zu stoppen, egal ob am 13.oder am 18. Februar. Deswegen heißt es an diesen beiden Tagen: MV fährt zweimal!
Wir bieten daher sowohl Busfahrten am 13. Februar, als auch am 18. Februar an. Für besonders reisefreudige Antifaschist_innen gibt es daher ein Combi-Ticket zu erwerben, dass euch einen Sitzplatz an beiden Tagen garantiert. Mehr Infos gibt es hier beim Poldo ...
http://mvnazifrei.blogsport.de/
An dieser Stelle kann die aktuelle Broschüre "Dresden Speciale" der Zeitschriften ak - analyse & kritik. Zeitung für linke Debatte und des Praxis Magazins für AntifaschistInnen - Der Rechte Rand heruntergeladen werden. (auf das Bild klicken, pdf, 2,6 MB)
Anschließend gibt es dann als regulären Poldo einen Film:
„Unser täglich Gift”
- ab 20:00 Uhr
- ein Dokumentarfilm von Marie-Monique Robin, Frankreich 2010
In ihrem neuesten Werk untersucht die Erfolgsregisseurin des Films «Monsanto - mit Gift und Genen», Marie-Monique Robin, was uns die Lebensmittelindustrie tagtäglich auftischt.
Der jüngste Lebensmittelskandal um Dioxin in Eiern beweist wieder einmal mehr: um unsere Nahrung steht es schlecht. Antibiotika in Fleisch und Fisch, Pestizidrückstände in Obst und Gemüse, überall Farbstoffe, Weichmacher und Geschmacksverstärker. Unsere Lebensmittel sind vollgepumpt mit chemischen Zusatzstoffen.
Welche Zulassungsvoraussetzungen müssen sie erfüllen? Werden sie sorgfältig getestet? Gibt es eine Verbindung zwischen den zugelassenen chemischen Stoffen in unseren Lebensmitteln und Krankheiten wie Krebs, Schädigungen des Nervensystems oder Unfruchtbarkeit?
Marie-Monique Robin kämpft sich durch undurchsichtige Laborberichte, befragt Wissenschaftler und Verantwortliche in Ministerien und Zulassungsbehörden und bringt ans Licht, was uns die Lebensmittelindustrie tagtäglich unsichtbar serviert. |
Poldo: Demokratisches Sachsen?
- am 26.01.2012, um 20:00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Rostock
- ab 19:00 vegane Vokü
Die Meldungen aus Sachsen aus 2011 wirkten für viele Menschen, die nicht dort wohnen, ein bisschen, als kämen sie von einem sehr weit entfernten Stern.
In regelmäßigen Abständen wurden Dinge bekannt, die jeweils einzeln früher zum Rücktritt von Ministern geführt hätten. Eine flächendeckende Funkzellenabfrage, §129-Verfahren, die Durchsuchung eines Pfarrers, Aberkennung der Immunität eines Fraktionsvorsitzenden wegen Rädelführerschaft: umfassende Kriminalisierung von Protesten gegen Nazis, und zwar weit bis in die "Mitte der Gesellschaft". Offline-Überwachung und -Drangsalierung sind in Sachsen Alltag.
Der Beitrag von Anne Roth (beim 28. Chaos Communication Congress) gibt einen Überblick über den Stand der Dinge und warnt davor, sich (außerhalb Sachsens) gemütlich schaudernd zurückzulehnen. Denn: Wenn Sachsen damit durchkommt, setzt das Maßstäbe für andere Bundesländer.
Wir zeigen den Mitschnitt "Sachsen dreht frei" und geben Infos zum geplanten Naziaufmarsch und den Gegenaktivitäten in Dresden 2012.
An dieser Stelle kann die aktuelle Broschüre "Dresden Speciale" der Zeitschriften ak - analyse & kritik. Zeitung für linke Debatte und des Praxis Magazins für AntifaschistInnen - Der Rechte Rand heruntergeladen werden. (auf das Bild klicken, pdf, 2,6 MB)

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Poldo: Lesung mit Anna Tüne
- am 19.01.2012 um 20:00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Rostock
- ab 19:30 Uhr Vokü
Kurz nach Kriegsende: Ein bizarres Besiedlungsprogramm hatte Anna Tünes Familie, ursprünglich aus Posen stammende Bauern, dazu gebracht, ausgerechnet auf einem Bauernhof in Südfrankreich einen Neuanfang zu versuchen. Deutsche Vertriebene, verschlagen in jene Gegend, in der die Deutschen Besatzer noch vor kurzem bestialisch gewütet hatten.
In literarischen Puzzle-Stücken erzählt Anna Tüne die Geschichte einer höchst ungewöhnlichen Integration. Sie erzählt von der Zerrissenheit, mit der sich die französische Dorfbevölkerung auf die deutsche Familie zubewegte. Mit Poesie und schonungsloser Ehrlichkeit entwirft Anna Tüne ein spannendes und höchst komplexes Bild über den Umgang von Deutschen und Franzosen, von Opfern und Tätern, von Schuldigen und Unschuldigen nach dem Krieg. Vor allem aber erzählt sie die berührende Geschichte einer Kindheit, die vom Zauber der Welt erfasst war und über die sich das Erbe der Herkunft bisweilen wie ein dunkler Schatten legte.
Anna Tüne, Jahrgang 1950, hat Landschaftsplanung, Philosophie und Romanistik studiert. Sie arbeitet seit 25 Jahren als freiberufliche Kulturmanagerin und Projektentwicklerin. Momentan entwickelt sie mit französischen Partnern das Gedenkprojekt »Dieulefit – Citoyenneté «. Anna Tüne ist Vorsitzende des Vereins Courage gegen Fremdenhass e.V.
Eine gemeinsame Veranstaltung von: Institut franco-allemand de Rostock, Soziale Bildung e.V. und Literaturhaus Rostock.
Weitere Informationen / Kontakt: Literaturhaus Rostock, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock, Tel.: 0381-4925581
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
/ www.literaturhaus-rostock.de
Bildrechte: Katharina Behling |
Neues Jahr - Neuer Poldo
Kuba - Ein Reisebericht aus einem sozialistischen Land
- am 12.01.2012 um 20:00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Rostock
- ab 19:30 Uhr Vokü
In den 50er jahren war das Leben der Kubaner_innen von Armut und Unterdrückung geprägt. Die Batistadiktatur terrorissierte die dagegen ankämpfende Bevölkerung bis vor 53 jahren die Kubaner_innen Revolution machten und ihre Gesellschaft grundsätzlich veränderten. In Zeiten des kalten Krieges wurde Kuba Teil der sozialistischen Welt und erreichte einen, für Lateinamerika guten Lebensstandard. Dann kam der Zusammenbruch der sozialistischen Welt und dann 1992 das Ende der Sowjetunion. Die Wirtschaft brach zusammen und Kuba arbeitete sich aus der "speziellen Periode" nur langsam heraus. Mit Tourismus, Gesundheit und Rohstoffen entwickelte sich das Land. 3 Hurrikane im Jahr 2008 warfen Kuba in seiner Entwicklung zurück. Kuba versucht an sozialistischen Prinzipien festzuhalten und dennoch die ökonomischen Probleme mit einer veränderten Wirtschaftspolitik in den Griff zu bekommen.
Der Referent hielt sich im November und Dezember 2011 in Kuba auf und berichtet von seiner Reise. Thema sind einzelne Erlebnisse und aktuelle politisch-ökonomischen Entwicklungen. Neben einer Einführung, einem Reisebericht und einen kleinen Film zu Kuba, wird es Essen und hoffentlich viel Diskussion zur widersprüchlichen kubanischen Realität geben. |
Street-Art zwischen Revolte und Kommerzialität am Beispiel der Pariser Künstlerin Miss.Tic
- am 01.12.2011 um 20:00 Veranstaltungsbeginn, ab 19:00 Volxküche
- im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21
Jorinde Reznikoff und KP Flügel skizzieren Miss.Tics Feldzug durch gentrifizierte Stadt- und kommerzialisierte Kunsträume. Dabei geht es um den Widerspruch von Street Art als subversivem Ausdrucksmittel und der Galeriekunst als gleichermaßen profitverdächtiger Geldanlage wie bürgerlicher Reputation. Das wirft Fragen auf, die alle Kunstschaffenden angehen.
Wenige Jahre nach der offiziellen Auflösung der Situationistischen Internationale 1972 machte sich die französische Künstlerin Miss.Tic daran, Techniken aus dem Verfremdungsrepertoire zu ihren individuellen künstlerischen Zwecken zu entführen. Das Umherschweifen in der Stadt, das Sprühen ihrer Schablonentextbilder auf die Pariser Mauern wird zum konspirativen Ausgangspunkt ihres kreativen Schaffens, das dem öffentlichen Aufsehen nicht entgehen soll. Die Umdeutung von Werbemotiven, besonders im Hinblick auf Selbst- und Fremddarstellung der Frau, ist ihr Sujet.
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Peter-Weiss-Woche: Lesung mit Jörg Sundemeier zu Gisela Elsners kritischen Schriften
- am 10.11.2011 um 20:00, ab 19:30 Uhr Vokü
- im Peter-Weiss-Haus
Zu Lebzeiten von Gisela Elsner erschien eine Vielzahl ihrer kritischen Schriften, doch nur einige wenige waren schließlich in dem 1988 erschienenen Buch "Gefahrensphären", Elsners einzigem Essayband, versammelt. In diesen beiden Bänden nun sind Gisela Elsners Schriften, ergänzt um zum Teil sehr umfangreiche Nachlasstexte, erstmals in Gänze wahrnehmbar. Im ersten Band der Kritischen Schriften – "Flüche einer Verfluchten" – finden sich ihre politischen Artikel und ihre Schriften zum Kommunismus. Im zweiten – "Im literarischen Ghetto" – finden sich ihre literatur- und kulturkritischen Essays. Ob die Grünen, Kafkas Werke, die DKP oder Frauenmagazine – all diese Themen werden mit der gleichen sprachlichen Schärfe analysiert!
Gisela Elsner wurde 1937 in Nürnberg geboren, 1992 nahm sie sich das Leben. Für ihr Werk erhielt sie etliche internationale Auszeichnungen, darunter den Prix Formentor für ihren ersten Roman "Die Riesenzwerge". Sie veröffentlichte Romane, Erzählungen, Aufsätze, Hörspiele und das Opernlibretto "Friedenssaison". Seit 2002 erscheint im Verbrecher Verlag eine von Christine Künzel betreute Werkschau. Im Verbrecher Verlag erschienen: "Die Zähmung", Roman (2002); "Das Berührungsverbot", Roman (2006); "Heilig Blut", Roman (2007); "Otto der Großaktionär", Roman (2008) und "Fliegeralarm", Roman (2009).
Jörg Sundermeier wurde 1970 in Gütersloh geboren und lebt heute in Berlin. Er ist Herausgeber diverser Bücher im Verbrecher Verlag. Seine Glossen "Der letzte linke Student" erschienen 2004 im Albri Verlag, Aschaffenburg. 2011 erschien ebenda: "Der letzte linke Student kämpft weiter". Im Verlag Hoffmann Campe, Hamburg, erschien 2010 sein Buch "Heimatkunde Ostwestfalen".
In Zusammenarbeit mit Sequential Art.
Das vollständige Programm zur Peter-Weiss-Woche in Rostock findet sind hinter diesem Link. |
Gentrification versus Recht auf Stadt - Stadtentwicklung im Zeitalter von Bürgerbeteiligung, Privatisierung von Lebensraum, Mietsteigerungen und Verdrängungsprozessen
Keine Themen polarisieren die Öffentlichkeit in den letzten Jahren so sehr, wie die Themen der Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung. Die zunehmende Privatisierung von Wohn- und Lebensraum, Sanierung von Stadtteilen und den damit scheinbar selbstverständlich einhergehenden Mietsteigerungen und der Funktionalisierung von Gebäudestrukturen, stehen im deutlichen Gegensatz zum zunehmenden Wohnraummangel und der Verdrängung sozial schwacher Haushalte, alternativer Kulturangebote und Kleingewerbe aus ihren angestammten Wohnbereichen.
Dieses Phänomen wird in der Soziologie als „Gentrifizierung“ bezeichnet und ist auch in Rostock deutlich zu bemerken, ob in der Stadtmitte oder hier in der KTV. Gerade in der Auseinandersetzung mit Gentrifizierungsprozessen wird von immer mehr Menschen das „Recht auf Stadt“ und Mitbestimmung eingefordert.
Aber in welchem Maße beeinflussen sich Ungleichheitsverhältnisse und Stadtplanung? In welchem Interesse vollzieht sich die Spaltung der Stadt? Welche Erfahrungen wurden in anderen Städten gemacht? Gibt es Gegenstrategien und wie können wir in Rostock davon profitieren?
Diese und andere Fragen wollen wir nach dem Vortrag des Sozialwissenschaftlers Dr. Andrej Holm gemeinsam mit ihm diskutieren.
Andrej Holm ist Ostberliner, Sozialwissenschaftler an der Humboldt-Universität, Blogger und aktiv in verschiedenen Stadtteil- und Mieterinitiativen. Seine Forschungsschwerpunkte sind seit vielen Jahren Gentrification, Wohnungspolitik im internationalen Vergleich und europäische Stadtpolitik.
Blogs:
http://www.freitag.de/community/blogs/andrej-holm
http://gentrificationblog.wordpress.com/ |
»Über Nacht gelandet« Informelle Stadtentwicklung in Istanbul und Mexiko City
- am 17.11.2011 um 20:00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21
- mit Orhan Esen (Istanbul)
- im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2011 in Mecklenburg - Vorpommern
Wer über Nacht vier Pfosten und ein Dach baut,darf bleiben. Informelles Bauen ist eine Art massenhafter Spontanaktion, wenn zu Zeiten rascher Landflucht Staat oder Wirtschaft versagen. In Megacities wie Istanbul oder Mexiko hat diese Entwicklung eine lange Tradition. Stadtteile entstehen und wandeln sich durch Selbstorganisation.
Bauvorschriften haben empfehlenden Charakter. Trotz Chaos ist der Kollaps ausgeblieben. Die Identifikation mit dem eigenen Viertel ist groß. Existenzielle Konflikte treten auf, wenn Behörden die Dinge nachträglich anders regeln wollen. Ein Beispiel für viele Städte des globalen Südens.
Orhan Esen ist Stadtforscher, Autor und Reiseleiter. Er hat Sozial-, Wirtschafts- und Architekturgeschichte in Istanbul und Wien studiert und arbeitet international mit akademischen Institutionen zur Stadtentwicklung.
Eine Kooperationsveranstaltung des Eine-Welt-Landesnetzwerks M-V e.V., Soziale Bildung e.V. und des Wissenschaftsverbundes UmWelt der Universität Rostock (WVU).
Foto: C. Lübcke |
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