Poldo: Lesung mit Anna Tüne
- am 19.01.2012 um 20:00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Rostock
- ab 19:30 Uhr Vokü
Kurz nach Kriegsende: Ein bizarres Besiedlungsprogramm hatte Anna Tünes Familie, ursprünglich aus Posen stammende Bauern, dazu gebracht, ausgerechnet auf einem Bauernhof in Südfrankreich einen Neuanfang zu versuchen. Deutsche Vertriebene, verschlagen in jene Gegend, in der die Deutschen Besatzer noch vor kurzem bestialisch gewütet hatten.
In literarischen Puzzle-Stücken erzählt Anna Tüne die Geschichte einer höchst ungewöhnlichen Integration. Sie erzählt von der Zerrissenheit, mit der sich die französische Dorfbevölkerung auf die deutsche Familie zubewegte. Mit Poesie und schonungsloser Ehrlichkeit entwirft Anna Tüne ein spannendes und höchst komplexes Bild über den Umgang von Deutschen und Franzosen, von Opfern und Tätern, von Schuldigen und Unschuldigen nach dem Krieg. Vor allem aber erzählt sie die berührende Geschichte einer Kindheit, die vom Zauber der Welt erfasst war und über die sich das Erbe der Herkunft bisweilen wie ein dunkler Schatten legte.
Anna Tüne, Jahrgang 1950, hat Landschaftsplanung, Philosophie und Romanistik studiert. Sie arbeitet seit 25 Jahren als freiberufliche Kulturmanagerin und Projektentwicklerin. Momentan entwickelt sie mit französischen Partnern das Gedenkprojekt »Dieulefit – Citoyenneté «. Anna Tüne ist Vorsitzende des Vereins Courage gegen Fremdenhass e.V.
Eine gemeinsame Veranstaltung von: Institut franco-allemand de Rostock, Soziale Bildung e.V. und Literaturhaus Rostock.
Weitere Informationen / Kontakt: Literaturhaus Rostock, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock, Tel.: 0381-4925581
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/ www.literaturhaus-rostock.de
Bildrechte: Katharina Behling
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