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Das Modellprojekt "Demokratiestärkende Bildungsarbeit im ländlichen Raum" startete im August 2007 und ist derzeit besonders in ländlich geprägten und strukturschwachen Regionen der
Landkreise Bad Doberan, Güstrow, Demmin und Nordvorpommern auf
vielfältigen Ebenen aktiv.
Die Projektumsetzung erfolgt auf mehreren Ebenen - Kooperation - Entwicklung - Bildung - Analyse - Beratung (KEBAB).
In der ersten Projektphase wurden an 13
ausgewählten Schulen und deren Umfeld nach ersten Vorgesprächen thematische
Bildungsprojekte mit Jugendlichen und Lehrer_innen durchgeführt. Darauf aufbauend untersuchten wir neben der parallel weiterlaufenden Bildungsarbeit alle Schulsozialräume zwischen Februar und Juli 2008 mittels umfangreicher
Kommunalanalysen, Befragungen und Interviews. Themenschwerpunkte der Untersuchung sind u.a. Kooperationen, Kommunikation, Einstellungen, Demokratie und Partizipation an Schule, Lebensweltbezug, rechtsextremistische Erscheinungsformen sowie Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus. Über die quantitave Erhebung erreichten wir ca. 710 Jugendliche, 120 Lehrkräfte sowie über 270 Elternteile. Zudem wurden zu Vergleichszwecken weitere 100 Schüler_innen einer städtischen Schule befragt. Interviews fanden mit 50 Personen aus dem schulischen und zivilgesellschaftlichen Bereich statt.
Aus den Forschungsergebnissen sind wissenschaftlich fundierte Berichte zum Zustand der
Zivilgesellschaft und zu demokratischen Handlungsmöglichkeiten an der
Schule und in der Kommune erstellt wurden, die den Akteuren vor Ort demnächst zur
Verfügung gestellt werden. Zwischen November 2008 und Januar 2009 werden die Berichte in allen Schulen präsentiert und diskutiert. Wir hoffen, dass wir damit einen nachhaltigen Prozess der Demokratiestärkung in Schule und Kommune initiieren bzw. verstärken können. Letztlich werden die einzelnen Schulberichte in einen anonymisierten Endbericht einfliessen, der einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden soll.
Durch diese gezielte, den Gegebenheiten vor Ort
angepasste und prozessorientierte Vorgehensweise soll letztlich an drei Schulen in peripher-ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns
modellhaft gezeigt werden, wie im Sozialraum Schule durch eine
kombinierte Vorgehensweise den 5 Projektsäulen nachhaltig gegen
rechtsextremistische Tendenzen agiert werden kann. Es wurden gezielt
schulische Sozialräume aufgesucht, die durch typische
Problemkonstellationen gekennzeichnet sind. Es wurden Schulkontexte
ausgewählt, die u.a. durch periphere Lage, Strukturschwäche, soziale
Schieflagen, schwach entwickelten zivilgesellschaftlichen Strukturen,
rechtsextremistischen Tendenzen, z.B. in Form von Dominanzerscheinungen
rechtsextremer Jugendkultur, gefühlter Überforderung bzw. Planlosigkeit
im Umgang mit den Problemkonstellationen gekennzeichnet sind. Das
Modellprojekt ist sowohl präventiv als auch interventiv ausgerichtet.
Dieser Charakter kennzeichnet alle benannten Säulen und deren
Verknüpfung.
Es geht darum, demokratische Strukturen im
jeweiligen Sozialraum zu stärken, in dem Beteiligungs- und
Selbstorganisationsmöglichkeiten aufgezeigt und befördert werden.
Gleichzeitig werden Sozialräume ausgewählt, in denen eine Intervention
in sich etablierende oder bestehende rechtsextreme Tendenzen unter
Berücksichtigung der sozialen Bedingungskontexte notwendig erscheint.
Das Modellprojekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ sowie durch das Landesprogramm "Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!" des Ministeriums für Gesundheit und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
  
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