Rechtsextremismus

Jugendbildung gegen “Rechtsextremismus und Rassismus in Mecklenburg-Vorpommern”

Extrem rechte / rassistische Einstellungen finden in der Bevölkerung und gerade unter Jugendlichen eine immer stärkere Verbreitung und bedrohen zunehmend die demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaft. Menschen, die "anders" aussehen oder "anders" denken, werden regelmäßig zu Opfern faschistischer Gewalt. Das mit Bildungsinhalten für Jugendliche und junge Erwachsene auf neofaschistische Tendenzen reagiert werden muss, zeigt u.a. die weite Verbreitung rassistischer und extrem rechter Einstellungsmuster, wie sie immer wieder in Studien nachgewiesen werden. Weiterführende Informationen hierzu sind auch auf der Seite des Modellprojektes "Demokratiestärkende Bildungsarbeit im ländlichen Raum" zu finden, in dessen Rahmen 2008 und 2009 umfangreiche Schulsozialraumanalysen erstellt wurden.

Demzufolge sind Bildungsprojekte der direkten Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus bzw. Neofaschismus ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Durch Soziale Bildung e.V. wurden verschiedene Bildungskonzepte erarbeitet, die sich an Jugendliche, junge Erwachsene, LehrerInnen und interessierte Menschen richten.

 

Workshop: SPEAKOUT AGAINST FASCISM

In M-V werden differenzierte Angebote der "außerschulischen Bildung in Schulen" angeboten, in denen auch eine Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Einstellungen und Erscheinungsformen erfolgt.

Im Unterschied zu diesen wurde das Bildungsprojekt von Sobi unter Berücksichtigung der lokal anzutreffenden Strukturen und Aktivitäten konzipiert und bietet einen umfassenden Einblick in die Organisationsstrukturen von Neonazis. Es gibt Auskunft zu den Ideologieelementen des Rechtsextremismus und deren Verknüpfung und thematisiert Dresscodes und Musik rechtsextremistisch geprägter Subkulturen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Anschlussfähigkeit von Organisationsstrukturen und Argumentationsmustern an nicht rechtsextremistische, aber doch von Vereinnahmung gefährdete Jugendliche, die sich mit der Ausdifferenzierung und teilweisen Umorientierung der rechtsextremistischen Szene in den letzten Jahren dramatisch erhöht hat. Im Projekt werden gerade aktuelle Entwicklungen berücksichtigt und thematisiert.

Um Erfolge in dieser Arbeit erzielen zu können, ist es notwendig pädagogische Reflexionen auf der Ebene der oft unbewussten Einstellungen und Werthaltungen zu initiieren. Dies kann nicht in Form von frontaler Methodik und Didaktik geschehen. Reformpädagogische Ansätze stellen hier geeignete Herangehensweisen da, die wiederum auf die Spezifik der Thematik angepasst werden.

Der Projekttag zielt auf die Bewusstmachung rechtsextremistischer Denkmuster und deren Verbreitung und zeigt den TeilnehmerInnen, wie Neonazis diese latenten Potentiale als Ansatzpunkte für sich nutzbar machen. Gleichzeitig werden Jugendlichen Reflexionsebenen für eigene Einstellungen, Ressentiments, Stereotype deutlich gemacht, wodurch ihre interkulturelle Kompetenz gefördert wird. Die Bildungsarbeit soll sowohl aufklärend, sensibilisierend und immunisierend in Bezug auf rechtsextremistische und rassistische Tendenzen wirken. Durch interaktionsorientierte Methoden werden Perspektivverschiebung  gefördert und zivilcouragierte Handlungsmöglichkeiten gegen Menschenfeindlichkeitaufgezeigt.

Im Projekt werden zudem soziale Kompetenzen gestärkt und geprägt. Die Kombination ausgewählter Methoden (z.B. Kommunikationsvereinbarung, Gruppenarbeit & Präsentationen, Rollenspiele, Zwei-Wände-Technik) fördern eine diskriminierungsfreie und bewusste Interaktion untereinander. Teamfähigkeiten werden trainiert, wie beispielsweise gleichberechtigtes Kommunikationsverhalten und basisdemokratische Arbeitsansätze zur Beteiligung aller. Es wird bewusst auf frontale Methoden verzichtet, da die Konzentration länger erhalten bleibt und selbsterarbeitete und mit Emotionen verbundene Inhalte nachhaltigere Lerneffekte erzielen.

Der Workshop richtet sich an Jugendliche ab 14 bis 27 Jahre - egal, ob sie  eine Förderschule, Regionale Schule, das Gymnasium besuchen oder eine Berufsausbildung absolvieren. Die Projektdurchführung erfolgt mit zwei qualifizierten jungen Erwachsenen. Das pädagogische Konzept wird den jeweiligen Bedürfnissen, Interessen und Problemlagen angepasst, so werden immer auch die lokalen Gegebenheiten zur Diskussion gestellt.

Ein Einzelprojekt ist für die Dauer von 6 Stunden (6x45min.) angelegt. Das Konzept sieht vor, dass keine Lehrkraft anwesend ist.

HINWEIS: Im Anschluss können interessierte LehrerInnen Beratungsgespräche mit den TeamerInnen in Anspruch nehmen, um die Ergebnisse, Handlungsnotwendigkeiten und Bedürfnisse, die im Workshop deutlich wurden, im Nachhinein aufzugreifen und weiter bearbeiten zu können.

Aufbauprojekte & spezifische Schwerpunktsetzungen

Es können mit der Gruppe, die an dem Grundlagenworkshop teilgenommen hat, Aufbauprojekte durchgeführt werden. So kann ein vertiefender Workshop vereinbart werden, wie zu Argumentationsmöglichkeiten, zur Bedeutung und vielfältigen Nutzung von Medien in der Naziszene oder wie Neonazis im Internet und Web 2.0 ihre Ideologie verbreiten und versuchen Anhänger_innen zu gewinnen.


Aktuell (Stand 18.01.2012):
Wir hoffen, dass wir diese Bildungsangebote im Rahmen einer Förderung durch das Landesprogramm "Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken" bald wieder kostenfrei durchführen können. Durch den Wechsel des Landesprogramms in die Zuständigkeit des Bildungsministeriums kommt es derzeit zu erheblichen Verzögerungen in der Antragsbearbeitung.


 

Anfragen und Buchung:

 


 


 

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